Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen sind in diesem Jahr in der ganzen Schweiz sichtbar. Braune Wiesen, tiefe Seepegel und stark schmelzende Gletscher prägen das Bild. Doch wie sieht es in den Rebbergen von Cave du Rhodan aus, die trotz der Trockenheit den ganzen Sommer über grün geblieben sind?
Entscheidend ist die Bewässerung
Das Wallis gehört mit rund 500 bis 600 Millimetern Niederschlag pro Jahr zu den trockensten Regionen der Schweiz. Unsere Reben sind sich diese Bedingungen gewohnt. Trotzdem ist Wasser in bestimmten Phasen entscheidend.
Besonders Jungreben sind darauf angewiesen. Deshalb gehört bei jeder Neupflanzung auch die Installation eines Tropfbewässerungssystems dazu.
Das Wasser gelangt direkt zu den Reben und verdunstet kaum. Ältere Reben profitieren ebenfalls davon, besonders zu Beginn der Vegetationsphase. Zu dieser Zeit steht uns glücklicherweise meist noch Schmelzwasser zur Verfügung.

Feuchtigkeit länger im Boden halten
Wasser gezielt zu den Reben zu bringen, ist jedoch nur ein Teil der Arbeit. Genauso wichtig ist die Frage, wie lange der Boden diese Feuchtigkeit halten kann.
Deshalb begrünen wir die Flächen zwischen den Rebzeilen gezielt. In verschiedenen Parzellen säen wir Mischungen aus unterschiedlichen Pflanzenarten ein. Im Frühjahr wird ein Teil davon gewalzt. Das Pflanzenmaterial bleibt auf dem Boden liegen und bildet eine natürliche Mulchschicht.
Diese Schicht schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und bremst die Verdunstung. Mit der Zeit zersetzt sich das Pflanzenmaterial und wird wieder Teil des Bodens. Gerade während langer Hitzeperioden kann jeder Tag zählen, an dem Feuchtigkeit länger im Boden bleibt.
Dabei gibt es keine Lösung, die in jeder Parzelle gleich funktioniert. Eine zu starke Begrünung kann selbst Wasser und Nährstoffe benötigen. Hanglage, Boden, Alter der Reben und Wetter spielen zusammen.
Schafe im Rebberg
Die Begrünung bringt aber auch zusätzliche Arbeit mit sich. Da wir vollständig auf Herbizide verzichten, muss sie regelmässig gemäht oder gemulcht werden. So bleiben die Rebberge gepflegt und professionell bewirtschaftbar.
In einigen Parzellen übernehmen unsere Ouessant Schafe diese Arbeit. Sie halten die Begrünung kurz und bringen gleichzeitig natürlichen Dünger zurück in den Boden.

Es geht dabei auch um die Struktur des Bodens. Es fährt keine Maschine über den Boden und verdichtet ihn. Ein lebendiger, lockerer Boden kann Wasser aufnehmen und länger speichern. Das wird wichtig, wenn die Abstände zwischen den Niederschlägen grösser werden.
Kurz erklärt
Hier erklären wir Ihnen kurz und knapp ein paar Besonderheiten von Cave du Rhodan.
Warum sind die Reben von Cave du Rhodan trotz Trockenheit noch grün?
Wasser wird dort eingesetzt, wo die Reben es brauchen. Bei Neupflanzungen gehört die Tropfbewässerung dazu. Gleichzeitig helfen Begrünung und Mulch dabei, Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.
Warum wird die Begrünung teilweise gewalzt?
Das Pflanzenmaterial bleibt auf dem Boden liegen. Es schützt ihn vor direkter Sonne und reduziert die Verdunstung. Gleichzeitig gelangt organisches Material zurück in den Boden.
Warum setzt Cave du Rhodan Ouessant-Schafe im Rebberg ein?
Die Schafe halten Pflanzen zwischen den Reben kurz und bringen natürlichen Dünger zurück in den Boden. In der Divico-Parzelle helfen sie zusätzlich bei der Laubarbeit.