Familie und Geschichte

Die Wurzeln in Salgesch

Unsere Geschichte beginnt in Salgesch.
Zwischen Rebbergen, warmem Stein und dem Wind, der vom Rhonetal durch die Hänge zieht.

1962 legten Leo und Edith den Grundstein für das, was heute Cave du Rhodan ist. Beide waren 1889 geboren. Sie kannten ein Leben, in dem man arbeitet, weil die Arbeit getan werden muss. Der Weinbau war kein Projekt. Er gehörte zum Alltag.

Der Betrieb wuchs aus dieser Arbeit heraus. Reben pflanzen. Böden pflegen. Ernten einbringen. Jahr für Jahr.

Mit der Zeit entstand auch das Wissen über die Rebberge rund um Salgesch. Jede Parzelle verhält sich anders. Boden, Sonne, Wind, Wasser. Wer lange genug hinschaut, erkennt die Unterschiede.

Schon früh zeigte sich, welches Potenzial in diesen Lagen steckt. 1972 wurde ein Pinot Noir aus dem Haus Cave du Rhodan bei einem internationalen Wettbewerb in Budapest zum besten Rotwein der Welt gewählt. Für Salgesch war das nicht nur eine Auszeichnung. Es war ein Moment, der zeigte, was hier wachsen kann.

Der Wein gehörte immer zum Leben am Tisch. Gespräche, Entscheidungen, Ernten. Generationen wuchsen zwischen Reben, Fässern und Geschichten auf.

Salgesch blieb dabei immer der Mittelpunkt.

Hier liegen unsere Wurzeln.
Hier begann alles.

Zur vollständigen Chronologie von Cave du Rhodan

Der Moment der Entscheidung

Viele Jahre später lebten Olivier und Sandra in Bern. Olivier arbeitete im Geschäfts- und Projektmanagement, Sandra in der Personalentwicklung. Ihr Alltag spielte sich in der Stadt ab.

Doch an vielen Wochenenden führte der Weg ins Wallis, nach Salgesch. In die Rebberge. Dorthin, wo ein Teil ihrer Geschichte begonnen hatte.
Im Wallis stand das Weingut der Familie ohne klare Nachfolge da. Oliviers Vater Leo hatte Cave du Rhodan über Jahrzehnte geführt und aufgebaut. Die Rebberge waren gepflegt, der Keller stand. Doch eine klare Nachfolge gab es nicht.

Der Betrieb lief weiter, aber die Frage blieb offen, wie es weitergehen sollte.
Für Olivier war das keine einfache Entscheidung. Er wusste, was dieses Weingut für seine Familie bedeutete. Und er wusste auch, dass ein Rebberg nicht einfach warten kann.

2007 entschieden sich Olivier und Sandra, nach Salgesch zurückzukehren. Sie verkauften ihr Haus in Bern, beendeten ihre beruflichen Wege in der Stadt und übernahmen das Weingut in Salgesch.

Nicht, um alles einfach weiterzuführen.
Sondern um herauszufinden, wie es noch besser gehen kann.

Weiterdenken statt bewahren

Als Olivier nach Salgesch zurückkam, war für ihn schnell klar: Ein Weingut lässt sich nicht einfach weiterführen, wie es immer war. Jeder Jahrgang stellt neue Fragen. Der Boden verändert sich. Das Klima auch.

Deshalb begann Olivier vieles im Betrieb neu zu betrachten. Nicht aus Prinzip, sondern aus Neugier. Im Rebberg, im Keller, bei den Maschinen und bei der Energie.

Manches waren kleine Anpassungen. Andere Dinge bedeuteten, Gewohntes zu hinterfragen. Zum Beispiel im Umgang mit dem Boden. Denn wenn der Boden lebendig bleibt, trägt er auch in Zukunft gute Trauben. So entstanden über die Jahre viele Veränderungen: Im Rebberg arbeiten wir heute mit elektrischen Maschinen, die leiser sind und den Boden weniger belasten. Ein Teil der Energie für den Betrieb stammt aus eigenem Solarstrom. Und viele Arbeiten im Weinberg wurden so angepasst, dass Reben und Böden langfristig gesund bleiben.

Nicht alles entstand auf Anhieb. Manches brauchte Zeit, manche Ideen wurden wieder verworfen. Aber eines blieb immer gleich: die Bereitschaft, Dinge zu prüfen und weiterzuentwickeln.

Denn ein Weingut lebt davon, dass man hinschaut und bereit ist, dazuzulernen.

Familie als tägliche Zusammenarbeit

Bei Cave du Rhodan arbeitet man selten allein. Viele Entscheidungen entstehen im Gespräch.

Olivier ist oft draussen unterwegs. Im Rebberg oder im Keller, wo ein Fass probiert wird oder eine Parzelle genauer angeschaut werden muss. Dort beginnen viele Ideen. Manchmal zwischen zwei Reihen Reben, manchmal bei einem Glas Most im Keller.

Sandra stellt dann die Fragen, die aus einer Idee einen Plan machen. Sie denkt Abläufe durch, organisiert, spricht mit Partnern, mit Kundinnen und Kunden, mit dem Team. Vieles, was später selbstverständlich wirkt, beginnt bei diesen Gesprächen.

So bewegt sich der Betrieb Tag für Tag zwischen Rebberg, Keller und Büro. Entscheidungen entstehen nicht an einem Ort. Sie wandern durch den Betrieb.

Auch die Familie war immer Teil dieses Alltags. In den ersten Jahren nach der Übernahme halfen die Grosseltern oft dort, wo es gerade nötig war. Die Kinder wuchsen zwischen Rebbergen, Maschinen und Kellergeruch auf.
Heute stellt die nächste Generation ihre eigenen Fragen. Manchmal einfache, manchmal überraschend genaue.

Ein Familienbetrieb bedeutet hier nicht Tradition als grosses Wort. Er bedeutet, dass mehrere Generationen an demselben Ort arbeiten, lernen und Verantwortung tragen.

Die nächste Generation

Heute ist bereits die nächste Generation erwachsen.

Luc, Noah und Yves sind mit dem Betrieb in Salgesch aufgewachsen. Sie kennen den Rhythmus der Jahreszeiten, die Arbeit im Rebberg und die langen Tage während der Ernte.

Heute gehen sie ihre eigenen Wege. Sie studieren, sammeln Erfahrungen, entdecken neue Orte und andere Perspektiven. Die Welt ist grösser geworden als der Weinberg, in dem sie aufgewachsen sind.

Und doch prägt dieser Ort. Wer zwischen Reben gross wird, lernt früh, dass vieles Zeit braucht: ein Boden, der lebendig bleibt, ein Jahrgang, der reifen muss, Entscheidungen, deren Wirkung erst Jahre später sichtbar wird.
Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis aus dem Weinbau: Der Boden gehört nie nur uns. Wir dürfen ihn eine Zeit lang begleiten.

Eine Geschichte, die weitergeht

Der Betrieb in Salgesch ist über viele Jahre gewachsen. Leo und Edith legten den Anfang. Später führten andere die Arbeit weiter, passten Dinge an und trafen neue Entscheidungen.

So entsteht ein Weingut über Generationen. Nicht durch einen einzigen Schritt, sondern durch viele kleine. Im Rebberg, im Keller und in den Entscheidungen, die jeder Jahrgang mit sich bringt.

Manches bleibt gleich: der Ort, die Rebberge, die Arbeit mit den Jahreszeiten. Anderes verändert sich mit jeder Generation, die neue Erfahrungen einbringt und den Betrieb weiterentwickelt.

So wächst Cave du Rhodan weiter.
Mit jedem Jahrgang.
Mit jeder Entscheidung im Rebberg.

Meilensteine unserer Geschichte

1962
Gründung des Betriebs durch Leo und Edith in Salgesch.

1972
Pinot Noir Perle du Rhodan wird bei einem internationalen Wettbewerb in Budapest zum besten Rotwein der Welt ausgezeichnet.

1979
Übernahme und Weiterentwicklung des Betriebs durch Leo Mounir.

1988
Salgesch wird erste Grand-Cru-Gemeinde der Schweiz.

2007
Olivier und Sandra übernehmen Cave du Rhodan und beginnen ein neues Kapitel.

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