Neue Wege im Rebberg: Pflanzenschutz mit Drohne

Neue Wege im Rebberg: Pflanzenschutz mit Drohne

Nach Regen steigt der Druck in den Reben. Die Blätter bleiben feucht, Pilzkrankheiten finden bessere Bedingungen. In solchen Tagen zählt der richtige Zeitpunkt. Der biologische Pflanzenschutz muss rasch und präzise ausgebracht werden.

Gleichzeitig ist der Boden nass. Früher bedeutete das oft: warten, abwägen, vorsichtig fahren. Raupenfahrzeuge hinterlassen Spuren. Sie verdichten den Boden. In steilen Parzellen und Querterrassen kommen sie an Grenzen. Manchmal auch an heikle.

Wenn der Boden geschont werden muss

Seit diesem Jahr arbeiten wir in grossen Teilen unserer Parzellen mit einer Drohne. Unser Drohnenpilot Guérin unterstützt im Sommer das Rebenteam. Während der Ernte arbeitet er gemeinsam mit Nicolas im Keller.

So bleibt das Wissen nicht bei der Technik stehen. Es wandert mit durch den Jahrgang.

Die Drohne hebt ab, wenn der Boden noch zu nass zum Befahren ist. Sie wird vom Fahrzeug aus gesteuert. Sie fährt keine Spur in die Erde und drückt den Boden nicht zusammen. Gerade in steilen Lagen nimmt sie dem Team Risiko ab.

Oft bleibt im Pflanzenschutz nur ein kurzes Fenster am Morgen. Bevor es zu warm wird. Bevor der Wind aufkommt. Bevor die Ausbringung ungenau wird. Die Drohne hilft uns, schneller zu reagieren, besonders in den Querterrassen.

Pflanzenschutz mit Drohne

 

Nicht jede neue Lösung ist automatisch besser

Wir haben mit dieser Technik bewusst gewartet. Erst als die Drohnen leistungsfähiger wurden und das Spritzbild präziser war, fiel die Entscheidung.

Heute fliegt die Drohne geplante Routen ab. Gleichmässiger, gezielter, mit weniger Verbrauch. Das ist wichtig, weil biologischer Pflanzenschutz nur dann sinnvoll ist, wenn er zum richtigen Zeitpunkt und möglichst genau dort ankommt, wo die Rebe ihn braucht.

Pflanzenschutz mit Drohne

 

Eine Entscheidung, die weitergedacht ist

Auch die Energiefrage gehört dazu. Die Drohne fliegt elektrisch. Ihre Akkus laden wir auf dem Fahrzeug über eine Batterie. Diese Batterie wird am Nachmittag mit unserem eigenen Solarstrom wieder geladen. So brauchen wir keinen Benzingenerator, wie er sonst oft eingesetzt wird.

Am Ende ist es kein grosser Auftritt am Himmel. Es ist eine Entscheidung im Rebberg. Für sichere Arbeit. Für lebendigere Böden. Für präziseren biologischen Pflanzenschutz. Für einen Jahrgang, der nicht nur im Keller entsteht, sondern dort, wo Regen, Wind, Stein und Rebe jeden Tag mitreden.

E-Drohne für Pflanzenschutz

 

Weitere Artikel

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * gekennzeichnet.

Kommentare werden vor der Veröffentlichung genehmigt.